Drei Säulen zur sozialen Sicherheit

Das Sozialversicherungssystem in der Schweiz basiert auf dem sogenannten Drei-Säulen-Prinzip. Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sowie die Invalidenversicherung (IV) bilden zusammen mit den Ergänzungsleistungen (EL) und Entschädigungen der Erwerbsersatzordnung (EO/ME) die erste Säule. Sie dient zur Sicherung der Existenzgrundlage und ist obligatorisch. Die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) bildet die zweite Säule und ist ebenfalls obligatorisch (für gewisse Einkommen). Die freiwillige Selbstvorsorge (Beispiel: Lebensversicherung) umfasst die dritte Säule. Die drei Säulen ergänzen sich, ihre Ziele und Leistungen sind aufeinander abgestimmt.

 

 

Solidarität zwischen den Generationen

Die erste Säule funktioniert nach dem Prinzip des Umlageverfahrens. Mit den laufend einbezahlten Beiträgen werden die aktuell auszuzahlenden Renten finanziert. Dies geschieht jeweils im Vertrauen auf die nachkommenden Generationen, welche dasselbe System weiterführen sollen. Diese Solidarität wird auch als Generationenvertrag bezeichnet.

 

 

Finanzierung und Geschichte

Finanziert wird die erste Säule hauptsächlich durch einbezahlte Sozialversicherungsbeiträge. Des Weiteren werden Teile der Mehrwertsteuereinnahmen sowie der Tabak- und Alkoholsteuern beansprucht.

Die schweizerische Invalidenversicherung gibt es seit 1960, die AHV seit 1948. Die Entstehung geht auf das Jahr 1925 zurück, als das Stimmvolk einem Verfassungsartikel zur Schaffung einer Alters- und Invalidenversicherung zustimmte.